Geschichte

Zur Jahrhundertwende des 18. und 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet Oberschlesiens von einem Prozess der wirtschaftlichen Veränderungen beherrscht, die in kurzer Zeit diese grüne und landwirtschaftliche Region in eines der größten Industriezentren Europas umgewandelt haben.

Gleichzeitig mit der Bohrung der Bergbauschächte und der Erbauung von Hochöfen wurden Versuche unternommen, die wenig bekannte Technologie der Zinkschmelze zu beherrschen. Mit zahlreichen Versuchen sowohl seitens der staatlichen Verwaltung als auch mit privatem Kapital erhoffte man sich in der Bleihütte in Strzebnica die Gewinnung des neuen Metalls. Die erste gelungene Zinkschmelze wurde schließlich im Jahre 1792 von Johann Christian Ruhberg in der Glashütte in Wessela durchgeführt, die zum Vermögen der Pesser Herzöge gehörte. Von der Tragweite dieses Ereignisses zeugen insbesondere die Vorsichtsmaßnahmen, von denen die neue Technologie umfasst wurde, sowie der Beiname des „schlesischen Faust“, mit dem viele Ruhberg bezeichneten.

Die Gewinnung von Zink machte die Verflüssigung seines flüchtigen Zustands notwendig, bei gleichzeitiger Beseitigung von Sauerstoff. Trotz des großen Geheimnisses, wurden in Kürze die Geheimnisse der zu diesem Zweck eingesetzten Muffel, die nach dem Vorbild von Glasertöpfen hergestellt wurden, auch den restlichen Industriellen bekannt. Seit dieser Zeit unterlag das oberschlesische Produktionspotenzial, abgesehen von wenigen kleinen Schwierigkeiten, einer stetigen Entwicklung. Die reichen örtlichen Zinkerz- und Steinkohleablagerungen in Verbindung mit dem breiten Absatzmarkt haben den potenziellen Investoren bereits nach wenigen Monaten der Inbetriebnahme der Hütte für die Abzahlung der getragenen Ausgaben garantiert. 1837 waren ganze 49 dieses Metall einschmelzende Betriebe in der Gegend tätig.

Mit der Zeit führte die Erscheinung der Konzentration der Produktion in der Zinkbranche zur Herausbildung der vier größten Produzenten: (Schlesische Gruben und Zinkhütten) Śląskie Kopalnie i Cynkownie in Lipiny, Herzog Hohenlohe in Wełnowiec, Graf Donnersmarck in Nowa Wieś und Georg von Giesche’s Erben in Szopienice. Die Anfänge der letzten genannten Firma sind mit der Geschäftstätigkeit von Georg Giesche verbunden, eines Breslauer Kaufmanns, der mit dem Anfang des 18. Jahrhunderts den Handel mit dem in Oberschlesien gewonnenen Calaminen begann. Dank den Bemühungen beim Kaiser erhielt dieser 1704 das Monopol für die Gewinnung dieses Rohstoffs, der hauptsächlich zur Produktion von Kupfer verwendet wird. Leider kam es im Jahr 1802 zusammen mit der Ära der Schmelzung von Zink aus Calaminen zur Erlöschung des Privilegs. An der Front des Vermögens stehend, entschieden sich die Erben Giesches für den Aufkauf der Geschäftstätigkeit des Unternehmens für die Zinkproduktion und Gewinnung von Steinkohle. 1809 erbauten sie in Szarlej ihre erste Hütte. Trotz der Inbetriebnahme zweier weiterer Betriebe in den späteren Jahren, erwies sich die Eröffnung der Hütte „Wilhelmina” in Szopienice im Jahr 1834 als Durchbruch. Von diesem Zeitpunkt an begann man in der Nähe mit dem Bau weiterer Hüttenbetriebe, u. a.: „Uthemann”, „Bernhardi” und „Walter Croneck”.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts produzierte das gesamte Kombinat von Szopienice fast 25 Tsd. Tonnen Zink und beschäftigte mehr als 2100 Personen. Im erwähnten Zeitraum begannen die Geschäftsführer auch mit der Modernisierung und dem weiteren Ausbau ihrer Betriebe. Einer der Punkte des damals vorhergesehenen Programms war der Bau eines eigenen Walzwerks für Zinkblech. Seine Produktion bot die Möglichkeit der Veredelung des rohen Metalls und eröffnete neue Absatzmärkte im Bauwesen, und in naher Zukunft auch der Elektrotechnik. Die Halle des neuen Produktionszugs wurde in der Nähe der Gebäude der Hütte „Bernhardi” erbaut.

Die Gesamtheit der Walzwerkanlage setzte sich aus zwei Schmelzöfen für Zink, einem Heizofen, einem beweglichen Gusstisch sowie einem Vorwalzwerk und drei Veredelungswalzwerken, die von vier Dampfmaschinen angetrieben wurden. Die Produktion wurde 1904 in Betrieb genommen. Bereits damals waren hier 144 Personen beschäftigt und fast 7 Tsd. Tonnen Blech produziert. In den späteren Jahren wurde das Sortiment des Walzwerks dank den hier installierten Geräten für die Produktion von Zinkbändern und Zinkdraht sowie Batteriebehältern vergrößert. 1922 befand sich der Großteil der Produktionsressourcen der Firma nach dem Anschluss Oberschlesiens an Polen auf der polnischen Seite der Grenze. Infolgedessen wurde in Katowice das neue Subjekt „Giesche” S.A.(GmbH) berufen, das sich unter der Aufsicht der bisherigen Eigentümer befand. Im Jahr 1926 entschieden diese sich für den Verkauf an die Holding Silesian-American Corporation (S.A.C.O.), an der amerikanisches Kapital sowie die bisherigen Eigentümer der Gesellschaft Anteile besaßen. Im Laufe des Zweiten Weltkriegs kauften die deutschen Eigentümer die amerikanischen Anteile zurück und es wurde eine Verbindung des vor kurzem zerschlagenen Vermögens der Gesellschaft Georg Giesche’s Erben A.G. durchgeführt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es zur Verstaatlichung und Zusammenschluss von Hütten, unter dem Namen Zinkbetriebe Szopienice, später Hüttenbetriebe Szopienice, seit 1972 Hütte der Nichteisenmetalle Szopienice. Das Produktionsprofil des Betriebs wurde systematisch vom Rohstoff- zum Bearbeitungsprofil geändert. Bereits in den Jahren 1947-1949 wurde die Abteilung der Kupferraffinerie abgebaut. Zu späterer Zeit wurde auch das Walzwerk für Bänder aus Kupfer sowie das Kupferprofilwalzwerk in Betrieb genommen. Seit 2000 ist der Großteil der Anteile am Unternehmen in private Hände übergegangen und wurde zu einem Teil der Kapitalgrupe Impexmetal S.A. Zwei Jahre später kam es im Zinkwalzwerk zur Einstellung der Produktion . Im Jahre 2008 entschieden die Aktionäre des Unternehmens über die Liquidation der Hütte, die schließlich auf Antrag der Staatskasse angehalten wurde.